Als Ende Juni 2024 im Haniel’schen Theaterstadl „Verschollen in Haimhausen“ Premiere feierte, stand Sebastian Feldhofer erneut dort, wo sich seine Laufbahn besonders gut verstehen lässt: nicht im Rampenlicht, sondern an einer Schnittstelle. Mehr als hundert Menschen hatten an dem Jubiläumsprojekt des Haimhauser Kulturkreises gearbeitet; Feldhofer gehörte zur Produktionsleitung. Die Inszenierung markierte das 40-jährige Bestehen des Vereins und setzte eine Tradition fort, an deren Anfang er selbst beteiligt war.
Gerade das macht Feldhofers Geschichte ungewöhnlich. Öffentlich wird er häufig vor allem als Ehemann der Schauspielerin Bettina Redlich oder mit seiner früheren Funktion am Münchner Volkstheater verbunden. Tatsächlich reicht sein Wirken weiter – von lokaler Kulturarbeit über professionelle Theaterverwaltung bis zu großen Amateurproduktionen in Haimhausen.
Vom Jubiläumsstück zurück ins Jahr 1984
Die Spur führt bis zum 31. Oktober 1984. Damals gehörte Feldhofer gemeinsam mit Hans Schindlböck zu den Initiatoren des Haimhauser Kulturkreises. Anlass war ein ganz konkreter Plan: Antoine de Saint-Exupérys „Der kleine Prinz“ sollte als Open-Air-Gastspiel auf der Rathauswiese gezeigt werden.
Für finanzielle Unterstützung durch die Gemeinde brauchte es einen Verein. Rund 30 Interessierte kamen zur Gründungsversammlung im Gasthof Post; Feldhofer wurde Teil des ersten Vorstands. Die offizielle Vereinschronik dokumentiert, wie er am 31. Oktober 1984 den Haimhauser Kulturkreis mitinitiierte.
Aus diesem pragmatischen Schritt entwickelte sich ein Kulturverein, der über Jahrzehnte Musik, Theater, Kabarett und Ausstellungen organisierte. 2024 stand bereits die 15. eigene Theaterproduktion auf dem Programm.
Am Volkstheater arbeitete Feldhofer im Hintergrund
Später wurde das Theater nicht nur ehrenamtliche Leidenschaft, sondern auch Beruf. Feldhofer war über viele Jahre in leitender administrativer Funktion am Münchner Volkstheater tätig. Eine offizielle Stellenausschreibung des Hauses von 2021 nannte ihn noch als Verwaltungsdirektor; öffentlich zugängliche Registerdaten dokumentieren zudem eine Einzelprokura von Mai 2004 bis Dezember 2021.
Wer ältere Artikel liest, stößt deshalb bis heute häufig auf die Behauptung, Feldhofer leite weiterhin die Verwaltung des Volkstheaters. Das ist nicht mehr aktuell. Das Haus führt heute Beate Schlegelmilch als Verwaltungsdirektorin, während Christian Stückl Intendant und Geschäftsführer ist.
Ein lückenlos belegtes Datum für Feldhofers Einstieg in jede seiner früheren Funktionen lässt sich aus den stärksten öffentlichen Quellen nicht rekonstruieren. Sicher ist jedoch: Sein Name war über viele Jahre mit der organisatorischen und kaufmännischen Seite des Münchner Theaterbetriebs verbunden.
Aus Profikontakten wurden Dorfproduktionen
Besonders sichtbar wurde Feldhofers Rolle, wenn er Erfahrungen und Kontakte aus München nach Haimhausen brachte. Beim „Haimhauser Ball der Vampire“ von 2019 fungierte er als Produktionsleiter und stand zugleich als Wirt Hubert auf der Bühne. Bereits im Frühjahr 2017 hatte er mit der Vorbereitung begonnen, den Autor und Dramaturgen Carsten Golbeck ins Projekt geholt und Philipp Jescheck für die Regie gewonnen.
Auch die Musik stellte Feldhofer gezielt zusammen. Über die Wahl von Dr. Will & The Wizards sagte er:
„Mir war es wichtig, dass ihre Musik zu uns passt.“
Dazu kamen der Chor Stimmbruch und Bläser der Haimhauser Dorfmusik. Das Muster blieb auch später erkennbar: professionelle Theaterleute arbeiteten mit örtlichen Darstellern, Musikern und freiwilligen Helfern zusammen. 2022 wurde Feldhofer bei „Das Geheimnis von Haimhausen“ sogar als „Spiritus rector“ geführt; 2024 gehörte er bei „Verschollen in Haimhausen“ erneut zur Produktionsleitung.
Bettina Redlich und Helmut Fischers späte Pointe
Außerhalb der Theaterwelt ist Feldhofers Name vor allem durch seine Ehe mit Bettina Redlich bekannt. Die österreichische Schauspielerin erzählte 2009 selbst, wie kurios die Beziehung begonnen hatte. Ihr Kollege Helmut Fischer kannte Feldhofer aus einem Café und hatte Redlich mehrfach angedeutet, er wisse einen passenden Mann für sie.
Vorgestellt habe Fischer die beiden aber nie. Redlich lernte Feldhofer unabhängig von ihm kennen. Erst bei einem späteren gemeinsamen Essen erkannte Fischer, dass ausgerechnet dieser Mann jener Kandidat war, von dem er zuvor gesprochen hatte. Redlich nannte die Geschichte damals „irre“, aber wahr.
Ein Name, zwei Personen – und viele falsche Treffer
Bei Feldhofer ist zusätzliche Vorsicht nötig, weil im Haimhauser Theaterumfeld auch ein Sebastian Feldhofer junior auftaucht. Die offiziellen Besetzungslisten von „Das Geheimnis von Haimhausen“ unterscheiden ausdrücklich zwischen beiden: Der ältere Sebastian Feldhofer spielte Pfarrer Ignatius, der jüngere trat in anderen Rollen auf.
Auch deshalb dürfen berufliche Profile oder Schauspielangaben aus Suchmaschinen nicht automatisch dem früheren Verwaltungsdirektor zugeordnet werden. Registerdaten führen den älteren Theatermanager unter dem vollständigen Namen Sebastian Friedrich Feldhofer.
Ein zuverlässig belegtes Geburtsdatum und damit auch ein exaktes aktuelles Alter finden sich in den belastbarsten öffentlich zugänglichen Quellen nicht. Eine konkrete Altersangabe wäre deshalb Spekulation.
Was über Feldhofers Gegenwart wirklich gesichert ist
Für 2026 lässt sich vor allem eines klar sagen: Sebastian Feldhofer ist nicht mehr Verwaltungsdirektor des Münchner Volkstheaters. Welche hauptberufliche Aufgabe heute an erster Stelle steht, ist öffentlich nicht eindeutig dokumentiert.
Seine Verbindung zur Kulturarbeit in Haimhausen ist dagegen bis mindestens 2024 klar belegt. Damit zieht sich ein erstaunlich beständiger Faden durch seine Geschichte: Feldhofer half 1984 dabei, einen Kulturverein für ein einzelnes Theaterprojekt zu gründen – und vier Jahrzehnte später organisierte er dort noch immer Theater.


