Wie Jelena Djokovic Bildung zu ihrer eigenen Mission machte

Im August 2026 rückte Jelena Djokovic ungewöhnlich deutlich selbst ins Bild. In der Prime-Video-Dokumentation „Novak Djokovic: The Wolf in Winter“ ist sie nicht nur als Ehefrau des Tennisstars zu sehen, sondern als eine der Personen, die seinen Antrieb aus nächster Nähe erklären können. Sie beschreibt Tennis darin als eine Art sicheren Ort für ihren Mann – einen Raum, in dem er Halt finde.

Diese Perspektive passt zu einer Frau, die seit mehr als zwei Jahrzehnten an Novak Djokovics Seite steht, deren öffentliches Leben aber längst nicht nur aus Spielerboxen und Grand-Slam-Finals besteht. Jelena Djokovic hat Wirtschaft studiert, im Personalbereich gearbeitet und aus der enormen Reichweite des Namens Djokovic ein Bildungsprojekt mit internationaler Struktur mitentwickelt.

Eine Beziehung, die vor dem Weltruhm begann

Jelena, geborene Ristić, und Novak Djokovic kannten sich bereits als Jugendliche in Serbien. Nach späteren Angaben des Tennisspielers kamen sie zusammen, als er 18 und sie 19 Jahre alt war. Die Anfangszeit hatte wenig mit dem glamourösen Leben zu tun, das später mit seiner Karriere verbunden wurde: Er versuchte, sich auf der Profitour durchzusetzen, sie ging zum Studium nach Italien.

Die Beziehung musste deshalb früh mit Entfernung, knappen finanziellen Möglichkeiten und unterschiedlichen Lebensrhythmen zurechtkommen. Erst später lebten beide gemeinsam in Monte Carlo. Am 10. Juli 2014 heirateten sie in Montenegro, wenige Tage nach Djokovics Wimbledon-Sieg. Im Oktober desselben Jahres wurde Sohn Stefan geboren, im September 2017 folgte Tochter Tara.

Mailand, Monte Carlo und ein eigener Berufsweg

Während Novak Djokovic auf der Tour aufstieg, baute Jelena Ristić ihre eigene Ausbildung auf. Sie schloss 2008 an der Bocconi-Universität in Mailand ein Studium der Betriebswirtschaft ab. Danach arbeitete sie in Monte Carlo im Personalbereich des Ölunternehmens Tamoil.

Später absolvierte sie an der International University of Monaco einen Master im Bereich Luxusgüter und Dienstleistungen. Gerade diese Mischung aus Management, Markenführung und Kommunikation wurde wichtig, als sie begann, stärker im beruflichen Umfeld ihres Partners mitzuwirken. In einem Rückblick der Bocconi-Universität erzählte sie, Novak habe sie nach ihrem Abschluss gebeten, Teil seines Teams zu werden.

Aus dem Namen Djokovic wurde ein Bildungsprojekt

Heute wird Jelena Djokovic von der Novak Djokovic Foundation als Co-Gründerin und Global CEO geführt. Die Stiftung konzentriert sich auf frühkindliche Bildung und darauf, Kindern in Serbien besseren Zugang zu Vorschulangeboten zu ermöglichen.

Der Schwerpunkt entstand nicht zufällig. Jelena und Novak Djokovic wuchsen in Serbien in einer von Krieg und wirtschaftlicher Unsicherheit geprägten Zeit auf. Die Stiftung richtete ihre Arbeit ab 2012 stärker auf frühe Bildung aus. In einem Bocconi-Porträt von 2024 war von mehr als 50.000 erreichten Kindern, über zehn Millionen US-Dollar an Investitionen und 55 eröffneten Kindergärten die Rede.

“I like the fact that we’re using the platform from my husband’s success to make a difference.”

Der Satz beschreibt ziemlich genau, wie Jelena Djokovic ihre Rolle versteht: Die enorme Bekanntheit ihres Mannes ist für sie kein Selbstzweck, sondern eine Möglichkeit, Aufmerksamkeit und finanzielle Mittel in Bildungsprojekte zu lenken.

Sichtbar in der Spielerbox, aber nicht nur Begleitung

Natürlich bleibt Jelena Djokovic eng mit dem Tennis verbunden. Sie sitzt regelmäßig bei großen Turnieren in der Spielerbox, begleitet wichtige Karrierephasen und äußert sich gelegentlich öffentlich zu Erfolgen oder schwierigen Momenten. Vor dem Australian-Open-Finale 2026 schrieb sie über die Intensität eines Lebens mit einem Menschen, der ständig seine Grenzen verschiebt.

Familie wurde Teil der Karriereentscheidung

Novak Djokovic spricht inzwischen offener darüber, welche Belastung sein Reiseleben für die Familie bedeutet. Im Sommer 2026 bezeichnete er Jelena erneut als seinen „rock“ und erklärte, ihre Unterstützung habe es ihm ermöglicht, seinen Beruf über viele Jahre auf höchstem Niveau auszuüben. Gleichzeitig spielt die Familie bei seiner inzwischen reduzierteren Turnierplanung eine größere Rolle.

Für Jelena bedeutet das eine doppelte Öffentlichkeit: Einerseits wird sie als Ehefrau eines der bekanntesten Tennisspieler der Welt wahrgenommen, andererseits trägt sie Verantwortung für eigene Projekte und zwei Kinder. Sie selbst stellt diese Rollen nicht als Gegensätze dar. In Interviews spricht sie vielmehr darüber, wie Familie, Bildung und gesellschaftliches Engagement zusammengehören.

Mehr als die Frau auf der Tribüne

Wer Jelena Djokovic nur aus TV-Bildern während eines Grand-Slam-Finals kennt, sieht deshalb lediglich einen Ausschnitt. Ihr Lebensweg führt von Serbien über das Studium in Mailand und die Arbeit in Monte Carlo bis an die Spitze der Stiftung, die sie gemeinsam mit ihrem Mann prägt.

Dass ihr Name untrennbar mit Novak Djokovic verbunden bleibt, ist offensichtlich. Entscheidend ist jedoch, was sie mit dieser Nähe gemacht hat: Aus der Plattform eines weltberühmten Sportlers entstand für sie eine eigene, langfristige Aufgabe – die Förderung früher Bildung.

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