Wie Angela von Morgen zwischen Adel und Filmwelt lebte

Als Angela Wepper Anfang 2019 starb, endete ein Leben, das über Jahrzehnte immer wieder mit bekannten Namen verbunden gewesen war. Sie war mit einem Hohenzollern-Prinzen verheiratet gewesen, später fast 40 Jahre lang die Ehefrau von Schauspieler Fritz Wepper – und dennoch blieb sie selbst meist außerhalb des eigentlichen Showgeschäfts.

Ihre Geschichte war weniger die einer klassischen Prominenten als die einer Frau, die zwischen Adel, Münchner Gesellschaft und Filmwelt lebte. Gerade ihre Ehe mit Fritz Wepper wurde dabei zu einer Verbindung, die große Nähe, eine öffentlich ausgetragene Krise und schließlich eine vorsichtige Versöhnung erlebte.

Erst Prinzessin, später an der Seite von Fritz Wepper

Angela Elisabeth Ernestine Hermine Gera Renate von Morgen wurde am 11. November 1942 geboren. Sie entstammte einer adeligen Familie und heiratete am 21. September 1968 auf Schloss Sigmaringen Ferfried Prinz von Hohenzollern.

Aus dieser Ehe gingen zwei Töchter hervor, Valerie und Stephanie. Die Ehe wurde 1973 geschieden. Damit endete für Angela von Morgen ein Lebensabschnitt, der eng mit dem Umfeld des Hauses Hohenzollern verbunden gewesen war.

Später sprach sie ungewöhnlich offen darüber, warum sie sich für Fritz Wepper entschieden hatte. Rückblickend sagte sie über diese Zeit:

„Ich war total verknallt und habe keinen Moment gezögert.“

Sie beschrieb das gemeinsame Leben mit Wepper später als aufregend und voller Leidenschaft. Dass sie ihren bisherigen Lebensweg für diese Beziehung änderte, stellte sie öffentlich nicht als Fehlentscheidung dar.

Eine Ehe, die fast vier Jahrzehnte hielt

Am 9. August 1979 heirateten Angela von Morgen und Fritz Wepper in Kalifornien. Der Schauspieler war damals längst einem Millionenpublikum bekannt, unter anderem durch „Der Kommissar“ und später besonders durch seine Rolle als Harry Klein in „Derrick“.

1981 wurde die gemeinsame Tochter Sophie Wepper geboren. Sie schlug später selbst eine Laufbahn als Schauspielerin ein und stand mehrfach gemeinsam mit ihrem Vater vor der Kamera.

Angela wiederum blieb weitgehend außerhalb der Filmbranche. Sie gehörte zwar zum gesellschaftlichen Umfeld eines prominenten Schauspielers und erschien regelmäßig bei Veranstaltungen, entwickelte jedoch keine vergleichbare öffentliche Karriere.

Auch deshalb wurde sie über viele Jahre vor allem als Angela Wepper wahrgenommen. Ähnlich wie bei anderen Persönlichkeiten aus dem deutschen Filmumfeld, etwa Karin Baal, zeigt sich dabei, wie stark öffentliche Wahrnehmung und private Lebensgeschichte miteinander verschmelzen können.

2009 geriet die Ehe öffentlich in eine Krise

Nach rund drei Jahrzehnten Ehe kam 2009 eine Zäsur. Fritz Wepper begann eine Beziehung mit der deutlich jüngeren Kamerafrau und Regisseurin Susanne Kellermann und zog aus dem gemeinsamen Zuhause aus.

Mit Kellermann bekam er Ende 2011 eine Tochter. Die private Situation wurde ausführlich in Boulevardmedien behandelt, und auch Angela Wepper äußerte sich wiederholt öffentlich.

2012 begann jedoch eine erneute Annäherung zwischen Angela und Fritz Wepper. Sie bestätigte damals, dass sich die Situation zwischen ihnen beruhigt habe. Über den vorsichtigen Neuanfang sagte sie:

„Man muss jetzt vorsichtig miteinander umgehen.“

Dass Wepper wieder im gemeinsamen Haus lebte, bedeutete zunächst nicht automatisch die vollständige Wiederherstellung der früheren Beziehung. Die beiden beschrieben den Prozess vielmehr als langsame Annäherung. Die Rückkehr Weppers zu seiner Ehefrau wurde damals entsprechend als Neubeginn nach mehr als zwei Jahren Trennung beschrieben.

Aus Leidenschaft wurde eine andere Form von Nähe

Angela Wepper sprach später vergleichsweise nüchtern über die Veränderung ihrer Ehe. Was in jungen Jahren von großer Leidenschaft geprägt gewesen sei, habe im Alter andere Formen angenommen.

2014 erklärte sie, dass inzwischen andere Werte zählten. Aus der ursprünglichen Liebesbeziehung sei eine tiefe Freundschaft geworden. Diese Beschreibung ist bemerkenswert, weil sie die jahrzehntelange Verbindung nicht romantisierte und gleichzeitig deutlich machte, dass die gemeinsame Geschichte für sie weiterhin Gewicht hatte.

Im selben Zeitraum entspannte sich offenbar auch das Verhältnis innerhalb der erweiterten Familie. Fritz Wepper versuchte, Angela, Susanne Kellermann und seine jüngere Tochter Filippa stärker miteinander zu verbinden.

Angela reagierte darauf öffentlich mit einem kurzen Satz: „Es ist wie es ist und das ist gut so.“

Ein eigenes Leben jenseits der Ehegeschichten

Angela von Morgen wurde öffentlich häufig über ihre Beziehungen definiert. Dabei gab sie gelegentlich Einblicke in ein wesentlich breiteres Leben.

2013 berichtete sie beispielsweise, an einem Buch über ihre Familie und ihren persönlichen Weg arbeiten zu wollen. Sie kündigte an, darin auch ihre adeligen Vorfahren und frühere Lebensphasen zu behandeln.

Öffentlich wurde außerdem bekannt, dass sie in jungen Jahren Ted Kennedy kennengelernt hatte. Über Einzelheiten dieser Beziehung existieren vor allem spätere Aussagen Angela Weppers selbst. Viele weitergehende Details ihres frühen Privatlebens sind dagegen nicht unabhängig dokumentiert und sollten deshalb nicht als gesicherte biografische Fakten dargestellt werden.

Ihr Tod kam im Januar 2019 überraschend

Ende 2018 hatte Angela Wepper bereits gesundheitliche Probleme. Kurz darauf verschlechterte sich ihr Zustand erheblich.

Am 11. Januar 2019 starb sie im Alter von 76 Jahren. Die Familie bestätigte damals ihren Tod; berichtet wurde von einer Hirnblutung. Die Nachricht über ihren Tod und die seit 1979 bestehende Ehe wurde auch von der Deutschen Presse-Agentur verbreitet.

Wenig später wurde Angela Wepper in Schlitz in Hessen beigesetzt. Der Ort hatte für ihre Familie besondere Bedeutung: Dort befand sich das Familiengrab ihres adeligen Umfelds. Bei der Trauerfeier waren Fritz Wepper und Tochter Sophie anwesend; die Beisetzung in Schlitz machte noch einmal sichtbar, wie stark sich in ihrem Leben Adelstradition und prominente Filmfamilie verbunden hatten.

Angela von Morgen blieb bis zu ihrem Tod eine Person, deren öffentliches Bild stark durch andere berühmte Namen geprägt wurde. Gleichzeitig zeigen ihre eigenen Aussagen, dass sie auf ihre Entscheidungen mit erstaunlich wenig Sentimentalität zurückblickte. Ihre fast vier Jahrzehnte dauernde Ehe mit Fritz Wepper war dabei nicht geradlinig – aber bis zuletzt ein wesentlicher Teil ihres Lebens.

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