Wie Ellen Ziolo im Basketball-Zirkus ihre Stimme fand

Als Deutschland im September 2025 in Riga Europameister wurde, stand Dennis Schröder wieder im Mittelpunkt. Der Kapitän führte die Mannschaft zum 88:83 gegen die Türkei und wurde anschließend zum wertvollsten Spieler des Turniers gewählt.

Für Ellen Ziolo, inzwischen Ellen Schröder, waren solche großen Basketballmomente längst nichts Neues mehr. Doch ihre Rolle hat sich verändert: Die Frau, die früher fast ausschließlich als Partnerin des NBA-Profis wahrgenommen wurde, spricht heute selbst öffentlich über das Leben zwischen Familie, Basketball und den USA – unter anderem im gemeinsamen Podcast.

Die Geschichte begann lange vor dem NBA-Ruhm

Ellen und Dennis Schröder kannten sich bereits aus ihrer Jugend in Braunschweig. Wie alt beide beim ersten Treffen genau waren, wird in verschiedenen Berichten unterschiedlich angegeben. Gut belegt ist jedoch, dass Ellen zum Umfeld von Schröders älterem Bruder gehörte.

Ein Paar wurden sie erst Jahre später. Schröder erzählte rückblickend, dass sich die beiden während eines gemeinsamen Sommers in Braunschweig näherkamen.

„Eines Sommers sind wir uns in Braunschweig nähergekommen.“

Danach spielte Schröder wieder in den USA, während beide über Nachrichten und Telefonate Kontakt hielten. Ellen besuchte ihn dort, bevor sie schließlich gemeinsam entschieden, dass sie ihn nach Oklahoma begleiten würde. Die Beziehung wird in neueren Berichten auf das Jahr 2018 datiert.

Damit unterscheidet sich ihre Geschichte von der typischen Erzählung, eine spätere Spielerfrau habe einen bereits berühmten NBA-Star kennengelernt. Ellen kannte Schröder lange bevor Weltmeistertitel, große NBA-Verträge und internationale Schlagzeilen seinen Alltag bestimmten.

Eine Hochzeit, die viel größer wurde als geplant

Noch bevor das Paar heiratete, kam im Februar 2019 der erste gemeinsame Sohn zur Welt. Der Deutsche Basketball Bund zeigte Ellen und das Baby bereits wenige Monate später gemeinsam mit Schröder bei einem Termin in Braunschweig.

Am 20. Juli 2019 folgte die Hochzeit. Ellen Ziolo und Dennis Schröder gaben sich in Braunschweig das Jawort und feierten anschließend mit mehreren Hundert Gästen in der Volkswagen Halle.

Schröder hatte ursprünglich an eine kleinere Feier gedacht. Wegen seiner großen Familie wuchs die Gästeliste jedoch auf mehr als 350 Personen an. Die Hochzeit von Ellen Ziolo und Dennis Schröder in Braunschweig wurde damals auch überregional bekannt.

In den folgenden Jahren bekam das Paar zwei weitere Kinder: eine Tochter im Jahr 2020 und einen weiteren Sohn 2022. Damit besteht die Familie heute aus fünf Personen.

Zwischen Braunschweig und dem unsteten NBA-Leben

Ein gewöhnlicher Familienalltag ist unter diesen Bedingungen kaum möglich. Schröders NBA-Karriere führte ihn im Laufe der Jahre durch mehrere amerikanische Städte und Organisationen. Für seine Familie bedeutet das wiederkehrende Umzüge, neue Wohnungen, Schulen, Reisen und lange Spielzeiten.

Braunschweig blieb dabei ein wichtiger Gegenpol. Dort liegen die gemeinsamen Wurzeln des Paares, dort heirateten sie, und dorthin kehrt Schröder regelmäßig zurück.

Bei Ellen ist die Grenze inzwischen allerdings durchlässiger geworden.

Mit dem Podcast bekam Ellen eine eigene öffentliche Stimme

Seit 2024 gehört Ellen Schröder zu den offiziellen Stimmen des „That’s Tuff Podcast“. Gemeinsam mit Dennis Schröder und Joel Adu Poku spricht sie dort über Basketball, Reisen, gesellschaftliche Themen und persönliche Erfahrungen.

Damit entstand erstmals ein regelmäßiges öffentliches Format, in dem Ellen nicht bloß fotografierte Begleitung ihres Mannes ist. Sie ist als Mitwirkende und Mit-Erstellerin des Podcasts ausgewiesen.

Eine Folge vom August 2024 beschäftigte sich beispielsweise mit den Olympischen Spielen in Paris. Im Dezember 2025 sprachen die drei unter anderem über Social Media, Selbstzweifel und künstliche Intelligenz.

Der gemeinsame „That’s Tuff Podcast“ von Ellen und Dennis Schröder zeigt deshalb eine Seite von Ellen, die in klassischen Promi-Porträts lange kaum vorkam: Sie kommentiert selbst, statt ausschließlich Gegenstand der Berichterstattung zu sein.

Öffentlichkeit brachte auch unangenehme Seiten mit sich

Diese Sichtbarkeit hatte ihren Preis. Ellen sprach öffentlich darüber, dass sie wegen ihrer Ehe rassistische und beleidigende Nachrichten erhalten habe. Angriffe richteten sich teilweise ausdrücklich gegen die Tatsache, dass sie als weiße Frau mit einem schwarzen Mann verheiratet ist.

Solche Aussagen geben einen seltenen Einblick in eine Beziehung, die von außen häufig nur über Hochzeitsbilder, Basketballerfolge oder luxuriöse NBA-Lebenswelten betrachtet wird.

Ellen selbst hat daraus bislang keine klassische Prominentenkarriere aufgebaut. Eine zuverlässig dokumentierte frühere Modelkarriere, wie sie manche Webseiten behaupten, lässt sich aus starken Primärquellen ebenso wenig umfassend bestätigen wie zahlreiche Angaben zu Ausbildung, Eltern oder ihrem exakten Geburtsdatum.

Sie bleibt sichtbar, ohne alles öffentlich zu machen

Genau darin liegt inzwischen das Interessante an Ellen Ziolo. Sie ist längst eine bekannte Figur im Umfeld des deutschen Basketballs, tritt bei wichtigen Turnieren auf und besitzt mit dem Podcast eine eigene Plattform.

Gleichzeitig existiert keine lückenlose öffentliche Biografie. Vieles über ihre Kindheit, Ausbildung und beruflichen Stationen vor der Beziehung bleibt privat – und sollte deshalb nicht mit Angaben aus schlecht belegten Promi-Datenbanken aufgefüllt werden.

Die gesicherte Geschichte ist ohnehin bemerkenswert genug: Aus einer Bekanntschaft im Braunschweiger Freundeskreis wurde Jahre später eine Beziehung, dann eine Familie, die Schröders Weg durch die NBA und zu Welt- und Europameistertiteln begleitet.

Ellen steht heute häufiger vor Mikrofonen und Kameras als zu Beginn dieser Geschichte. Doch sie bestimmt zunehmend selbst, was davon öffentlich wird.

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