Kurz vor dem Großen Preis von Monaco gehört für Charles Leclerc ein Termin offenbar genauso zur Vorbereitung wie Simulator, Training und Medienrunden: der Besuch bei seiner Mutter. Pascale Leclerc arbeitet als Friseurin in Monaco und schneidet ihrem Sohn bis heute die Haare. In einem Video aus der Rennwoche 2024 kommentierte Charles diesen Moment mit einem Satz, der viel über die Normalität hinter seiner Karriere erzählt.
Table of Contents
“This is the sign — I’m getting my hair cut by mom.”
Dass ausgerechnet dieser kleine Familienritus neben Ferrari, Millionenpublikum und Formel-1-Ruhm bestehen geblieben ist, passt zu Pascale Leclerc. Sie ist regelmäßig im Umfeld eines der bekanntesten Rennfahrer der Welt zu sehen, hat aus dieser Nähe zum Motorsport aber nie eine eigene Prominentenrolle gemacht.
Im Salon blieb Charles einfach ihr Sohn
Pascale Leclerc ist Friseurin und arbeitete beziehungsweise arbeitet in Monaco, wo die Familie seit vielen Jahren verwurzelt ist. Ihr Salon wird mit dem Stadtteil Fontvieille in Verbindung gebracht. Selbst nachdem Charles zum Ferrari-Star geworden war, blieb er einer ihrer Kunden.
Eine besonders ungewöhnliche Episode erzählte der frühere Formel-1-Pilot David Coulthard. Er ließ sich demnach jahrelang von Pascale die Haare schneiden, ohne zu wissen, dass ihr Sohn selbst Rennfahrer war. Erst als er sie bei einem Grand Prix sah, verstand er den Zusammenhang. Dass sie ihm ihre berühmte Familienverbindung zuvor nicht aufgedrängt hatte, sagt einiges über ihre zurückhaltende öffentliche Rolle.
Drei Söhne und eine Familie zwischen Alltag und Rennsport
Pascale ist die Mutter von Charles Leclerc, der am 16. Oktober 1997 in Monaco geboren wurde. Aus ihrer Beziehung mit Hervé Leclerc stammt außerdem Arthur Leclerc, der ebenfalls eine Motorsportkarriere einschlug. Ihr ältester Sohn Lorenzo stammt aus einer früheren Beziehung.
Während Charles und Arthur auf Rennstrecken unterwegs waren, hielt sich Pascale selbst eher außerhalb der sportlichen Fachwelt. Charles erklärte später ausdrücklich, dass seine Mutter zwar eine wichtige Ansprechpartnerin für persönliche Fragen sei, sich aber technisch nicht besonders intensiv mit Motorsport beschäftige.
Gerade diese Trennung scheint ihre Rolle geprägt zu haben: Sie musste nicht Strategin oder Rennsportexpertin sein, um für ihre Söhne wichtig zu bleiben. Auf Charles Leclercs offizieller Website wird die Unterstützung seiner Eltern und Brüder ausdrücklich als Teil seines Weges beschrieben; dort ist auch von persönlichen Opfern die Rede, die seine Familie für seinen Traum brachte.
Nach Hervé Leclercs Tod wurde ihre Rolle noch wichtiger
Die Familie erlebte 2017 einen tiefen Einschnitt. Hervé Leclerc, Charles’ Vater und selbst ehemaliger Rennfahrer, starb im Alter von 54 Jahren nach längerer Krankheit. Nur wenige Tage später gewann Charles ein Formel-2-Rennen in Baku.
Kurz vor dem Tod seines Vaters hatte Charles ihm erzählt, bereits einen Formel-1-Vertrag unterschrieben zu haben, obwohl dieser noch nicht existierte. Später erinnerte er sich daran, dass Pascale darüber zunächst verärgert gewesen sei und ihm gesagt habe, er solle seinen Vater nicht anlügen. Wenig später bekam Charles tatsächlich seine Formel-1-Chance.
Die Episode zeigt Pascale nicht als bloße Begleitfigur, sondern als Mutter, die auch in einer extrem belastenden Situation klare Maßstäbe setzte. Nach Hervés Tod blieb sie für Charles eine feste persönliche Bezugsperson.

Die Angst fährt bei jedem Rennen mit
Pascales Verhältnis zum Motorsport ist zwangsläufig widersprüchlich. Sie unterstützt ihre Söhne, weiß aber zugleich sehr genau, wie gefährlich dieser Sport sein kann.
Für die Familie war der Tod von Jules Bianchi 2015 besonders einschneidend. Der französische Formel-1-Pilot war eng mit Charles verbunden und spielte in dessen früher Karriere eine wichtige Rolle. Charles erzählte später, dass seine Mutter sich wegen der Risiken des Rennsports große Sorgen mache.
In einem Interview beschrieb er seine Mutter als jemanden, den er jederzeit für persönliche Fragen anrufen könne:
“My mum, of course, is always there for me for personal advice.”
Er ergänzte, dass sie „not too much into motorsport“ sei. Das Interview über seine Familie als emotionalen Rückhalt macht deutlich, dass gerade diese Distanz zur technischen Rennwelt für Charles offenbar wertvoll ist.
Monza zeigte eine seltene öffentliche Seite
Völlig unsichtbar ist Pascale Leclerc dennoch nicht. Bei ausgewählten wichtigen Momenten begleitet sie ihre Söhne und wird dabei gelegentlich fotografiert. Besonders emotional wirkte ihr Auftritt beim Großen Preis von Italien am 1. September 2024, als Charles Leclerc in Monza für Ferrari gewann und anschließend mit seiner Mutter zu sehen war.
Solche Bilder sorgen regelmäßig für neues Interesse an Pascale. Gleichzeitig gibt es über sie deutlich weniger verlässlich belegte persönliche Informationen als über ihren Sohn. Ein öffentlich bestätigtes Geburtsdatum ist beispielsweise nicht bekannt. Auch im Internet kursierende Angaben zu ihrem Alter oder Vermögen sollten deshalb nicht als gesicherte Fakten behandelt werden.
Berühmt wurde der Sohn, ihr Alltag blieb erstaunlich normal
Pascale Leclercs Geschichte lebt gerade von diesem Gegensatz. Ihr Sohn fährt für eines der berühmtesten Teams der Welt, gewinnt Grand Prix und steht vor einem internationalen Millionenpublikum. Sie selbst blieb eng mit Monaco, ihrer Familie und ihrem Beruf verbunden.
Wenn Charles vor einem Heimrennen im Friseurstuhl seiner Mutter sitzt, wird die Distanz zwischen Formel-1-Star und Familienalltag für einen Moment sehr klein. Pascale Leclerc hat diese Nähe nie in eine eigene öffentliche Karriere verwandelt. Vielleicht fällt sie gerade deshalb auf: als konstante Figur hinter einer Laufbahn, die sonst von Geschwindigkeit, Risiko und permanenter Aufmerksamkeit geprägt ist.


